(Weit-) wandern mit einem Hund stellt jeden Hundebesitzer vor Herausforerungen und es sollten einige Dinge beachten und überdacht werden

Beim wandern, ob nur einen oder mehrere Tage mit einem Hund sollte man sich intensiv Gedanken vor der Tour machen. Einfach loslaufen und den Hund mitnehmen, ist in den wenigsten Fällen ratsam.

Ausdauer und Rasse

Es beginnt mit der Hunderasse. Hier kann sich schon schnell entscheiden, wie viel am Tag gelaufen werden kann. Ein Hütehund wird vermutlich weitere Strecken zurück legen können wie ein  Chihuahua. Ebenfalls sollte auf das Alter des Hundes geachtet werden. Welpen sollten zu solch ausgedehnten Touren noch nicht mitgenommen werden, da deren Knochen noch wachsen und nicht geschädigt werden sollen. Wir wollen ja unseren Vierbeinern ein schönes Leben bescheren. Für alte und/oder kranke Hunde, sollte man am besten einen Tierarzt konsolutieren und sich dessen Meinung einholen.

Daher am besten mit dem Vierbeiner als erstes “kurze” Strecken absolvieren und prüfen, wann der Hund müde oder kaputt ist. Dann, je nach Rasse, die Wanderungen etwas ausdehnen, so dass man irgendwann bei bis zu 6-8h Wegzeit zzgl. Pausenzeiten landet. Wenn Euer Hund das so mitmacht und danach am besten noch freudig da steht, weil er weiter laufen will, dann könnt Ihr hinter diesen Punkt einen Haken machen. Aber nichts überstürzen, auch unsere Vierbeiner wollen Spaß daran haben.

Routenplanung

Bei der Planung der Route sollte undbedingt auf die Wegbeschaffenheit geachtet werden.

Extrem schmale Pfade oder steile felsige Aufstiege können manche Hunde vor unlösbare Herausforderungen stellen.

Der Untergrund ist für machen Witterungen und Hunde auch nicht immer gleichgut geeignet. Bei 30 Grad mit den nackten Pfoten auf einem Asphaltweg………das gefällt uns auch nicht und sorgt meist für Schmerzen oder wenigstens für Unwohlsein.

Wetter

Eine meist vernachläßigte Sache ist das Wetter: Weitwanderungen oder Trekking Touren im Winter bringen andere Herausforderungen mit sich, wie die gleiche Tour im Sommer. Das Gleiche gilt für die anderen beiden Jahreszeiten.

Im Winter muss unserer felliger Freund eventuell Tagelang über eiskalten Boden laufen und ggf auch dort schlafen, das ist für die wenigsten Hunde gut. Hier bieten sich Hundeshuhe an, damit die Pfoten beim laufen im Schnee oder auf dem eiskalten Boden nicht zu kalt werden.

Ebenfalls ratsam kann es sein, je nach Hunderasse, ggf eine Hundeisomatte* für die Übernachtung mitzunehmen. Gerade bei Winterwanderungen ist es auch für den Hund nicht angenehm, bei Bodenfrost Nacht für Nacht auf dem kalten Boden zu verbringen.

Zu den regnerischen Jahreszeiten tut es dem Hund auch gut, einen Regenmantel zu tragen. Ja ein Hund kann naß werden, dessen sind wir uns bewusst aber bei Dauerregen und das eventuell über mehrere Tage, fühlt sich unser felliger Freund auch wohler, wenn das Fell trocken bleibt.

Rücksicht auf Natur und andere Wanderer

In vielen Gebieten ist gerade auf Wanderwegen aber auch grundsätzlich im Wald, Leinenpflicht! Ebenso in Naturschutzgebieten ist der Hund immer an der Leine zu führen!

Den Hund die ganze Zeit an der “normalen” Gassileine zu haben, ist weder für den Vierbeiner noch für Frauchen/Herrchen angenehm. In solchen Fällen bieten sich Schleppleinen an, welche es durchaus in Längen mit 5 Metern oder länger gibt. Hier bieten wir unserem vierbeinigen Begleiter ausreichend Bewegungsfreiheit und an den Stellen wo keine Leinenpflicht besteht, kann er ja wieder ohne laufen.

Natürlich sollte hier auch beachtet werden, ob Euer Hund hinter jedem Tier das er wittert hinterher rennt oder es vielleicht sogar jagt. Das ist für niemanden gut, weder für das Wild, noch den Hund und auch nicht für uns, da es das “angenehme und schöne” Wandererlebnis doch reichlich trüben dürfte, wenn der Hund im 5 Minutentakt hinter wild herjagt und wir ihn wieder “einfangen” müssen. Eine Schleppleine ist auch für solche Hunderassen perfekt.

Und nicht zuletzt, begegnen uns auch ab und an andere Wanderer. Nicht jeder Wanderer ist einem freilaufenden Hund gegenüber zugeneigt. Es gibt durchaus Wanderer welche leider schon negative Erfahrungen machen mussten. Auch wenn dies zu 99% eher am Herrchen/Frauchen liegt, aber es ändert nichts.

Wir alle wollen die Trekking Tour ohne Aufregung und Ärgernisse erleben, also sollten wir dies auch allen anderen Wanderern und Bewohnern des Waldes gönnen. Wenn uns jemand begegnet, egal ob Mensch oder Tier: Der Hund gehört für diese kurze Zeit auf jeden Fall an die (kurze) Leine!

Verpflegung für den Vierbeiner

Als letztes will ich das Thema Verpflegung noch ansprechen. Hier ist vermutlich jedes Tier anders aber eins sollte man bei keiner Rasse tun: Vor der Tour nicht vollstopfen. Wir Menschen gönnen uns vor so einer Tour auch keinen dicken Braten mit allem drum und dran. Das führt in den meisten Fällen zu Völlegefühl und auch Übelkeit.  Daher lieber eine kleine Mahlzeit vor der Tour, wenn überhaupt, ansonsten lieber währen bzw. nach der Tour.

Ebenfalls wichtig ist es, vorher abzuklären ob auf dem Weg ausreichend Bäche vorhanden sind oder andere Wasserquellen, in denen Euer Hund seinen Durst stillen kann oder sich ggf auch abkühlen kann (bei warmen Temperaturen). Hier bietet sich auch kleines Handtuch bzw eine Decke zum drauflegen und abtrocknen an.

Auf Nassfutter verzichten wir aus mehreren Gründen:

  1. Nassfutter ist meist mit recht viel “Abfall” wie Tüten oder Dosen verbunden, was über den kompletten Zeitraum der Trekkingtour mitgetragen werden muss, falls unterwegs kein Mülleimer gefunden wird.
  2. Nassfutter-Behälter lassen sich sehr schlecht reinigen und können je nach Witterung und Dauer der Wanderung schlecht werden oder die Reste verschimmeln.
  3. Nassfutter ist schwerer wie Trockenfutter

Wir nehmen in der Regel bei vier oder 5 Tages Trekking Touren mit unserem Hund nur Trockenfutter und Leckerlies mit.

Natürlich ist dies individuell zu betrachten. Es gibt Hunde welche kein Trockenfutter vertragen etc.

Aber denkt unbedingt daran: Egal ob Nass- oder Trockenfutter: immer luftdicht verschlossen mitnehmen, sonst passiert eventuell das, was uns bei unserer ersten Weitwanderung mit Hund passiert ist 😉

Wir nutzen zum “normalen” fressen und saufen für den Hund einen faltbaren Doppelnapf. Kostet um die 10€ – 15€. Die teile sind leicht und schön klein faltbar und wetterfest

Übernachtung

Je nachdem wo Ihr mit Eurem Vierbeiner übernachtet und welche Hunderasse hier habt und je nachdem wie Euer Vierbeiner sich verhält und wohlfühlt, solltet Ihr auch überlegen, wo genau er schlafen soll.

Es ist sicherlich ein Unterschied ob man auf einem (kleinen oder sehr großen) Campingplatz mit möglicher Weise ziemlich vielen unruhigen Nachbarn übernachtet oder ob man allein mit dem Hund im Wald , fernab der Zivilisation übernachtet.

Solltet Ihr ein Zelt mitnehmen, so überlegt Euch vor der Trekking Tour oder besser vor der Anschaffung des Zeltes, ob der treue Begleiter mit ins Zelt darf oder soll? Viel interessanter ist: Will Euer vierbeiniger Begleiter vielleicht unbedingt ins Zelt? Solltet Ihr Ihn mit ins Zelt nehmen wollen, so empfehle ich Euch ein Zelt mit Apside, dann bleibt der Schlafraum sauber aber der Hund ist im Zelt und fühlt sich, wie unser Border Collie, sicherer und wohler.

twitter