Wanderkarten = old school? Heute ist doch alles Digital! 

Wo liegen die Vor- und Nachteile der Wanderkarten?

Wanderkarten sind leicht, günstig und detailliert, digitale Karten auch? Sie sind auf jeden Fall perfekt zum planen und navigieren.

Wir sollten denke ich unterscheiden, ob wir über eine 1-2 Tage Tour sprechen oder über eine 1-2 Wochen Tour.

Bei “kleineren” Touren von 1-2 oder vielleicht auch 3-4 Tagen sind digitale Begleiter in Verbindung mit einer guten Powerbank eine gute und sinnvolle Erleichterung der Navigation. Die digitalen Wanderkarten sind je nach Anbieter recht exakt. Es gibt unzählige Anbieter von Wander Apps, wie zum Bsp. Komoot, Outdoor Active, Bergfex, Kompass, Locus Maps um nur einige zu nennen. Die Liste ist lang und alle aufzuzählen wäre etwas zu viel des Guten.

In der Regel bieten alle Apps einen “Testmodus”, entweder einen kostenfreien Zeitraum zum testen der App oder man kann sich ein bestimmtes Gebiet “offline” auf sein Handy laden um die Wanderkarten der App zu testen. Andere setzen auf Werbung und um diese loszuwerden muss man bezahlen. Es gibt sicherlich auch kostenfreie gute Apps, welche hier nicht gelistet sind.

Wann und wofür lohnt sich eine digitale App?

Ja, sein Handy/Smartphone hat man immer dabei aber Stand heute gibt es ein riesen Problem. Das Akku. Wenn man sich den ganzen Tag navigieren lässt und ggf die Route aufzeichnen lässt, dürfte mit den meisten Smartphones (selbst im Offline Modus) das Akku am Ende des Tages (fast) leer sein. Eine Powerbank schafft hier Abhilfe und man kann sein Akku über Nacht wieder aufladen. Das wird schwieriger bei 3-4 Tagen oder bei Touren welche noch deutlich länger dauern. Wenn man gewillt ist eine extrem gute und “große” und somit meist sehr schwere Powerbank mitzunehmen oder gar mehrere, dann ist die Stromversorgung gesichertaber man trägt irgendwie unnötigen Ballast die komplette Tour lang mit sich herum. Dazu kommt dass Akkus bei sehr kalten Temperaturen sich schneller entladen.

Für kurze Touren bieten sich die digitalen Begleiter an, bei längeren Touren nur, wenn man zwischen drin die Möglichkeit hat “aufzutanken”, z.B. auf einem Campingplatz oder als “Notreserve”.

Wanderkarten aus Papier haben hier einen unschätzbaren Vorteil: sie funktionieren immer! Im Sommer, wie im Winter, bei Kälte, Regen oder Sturm. Die gehen nicht “leer”. Sie wiegen auch nicht ansatzweise so viel wie eine Powerbank. Von vielen Regionen gibt es wasserfeste Wanderkarten, so daß man dort mit einem abwischbaren Textmarker die Streckenführung vor der Tour einzeichnen kann, danach verpackt man die Wanderkarten in einen Kartenhalter und kann diesen außen am Rucksack befestigen.

Wanderkarten aus Papier haben weitere Vorteile: Campingplätze, Schutzhütten etc. sind alle eingezeichnet, genauso wie Sehenswürdigkeiten. Hier gibt es bei den meisten digitalen Karten/Apps meiner Meinung nach großen Nachholbedarf. Einzige Ausnahme die mir bekannt ist, ist die Kompass App vom gleichnamigen Kartenhersteller. Hier wurden 1:1 die “Papierkarten” in digigtale Karten umgesetzt, so daß man alle Informationen auf seinem Handy hat.

Wir haben auch bei kürzeren Touren immer die Wanderkarten aus Papier zusätzlich zur Wander App mit dabei, denn wenn man unterwegs ist und das Handy streikt……..lieber nicht dran denken 😉

Die Wander Apps haben einen Vorteil für alle, die Wanderkarten schwer bezüglich Höhen etc. lesen können. Man kann die Touren online in der Smartphone App, am PC/Laptop oder Tablet bequem planen. Es werden einem die Höhen angezeigt, die Tourenlänge berechnet und vieles mehr.

Unser Vorgehen bei der Planung von Wandertouren:

  1. Gebiet aussuchen in dem wir wandern wollen
  2. Wanderkarten bestellen
  3. Route grob am Laptop/PC planen
  4. vergleichen mit Papierkarte und die Route so anpassen, dass Schutzhütten und Bäche usw. mit erreicht werden.
  5. Tour auf Papierkarte übertragen.